Bei der Behandlung von Migräne und Spannungskopfschmerz setzt Neurofeedback bei den Ursachen der Störung an und ist oftmals der entscheidende Schritt zu einer deutlichen Verbesserung des Befindens, auch unter Verzicht auf Schmerzmittel, die lediglich die Symptome der Krankheit reduzieren.

Neurofeedback bietet einen guten Behandlungsansatz sowohl bei der klassischen Migräne mit Aurasymptomen als auch bei der sogenannten gewöhnlichen Migräne ohne Aurasymptome, die mit rund 80% die häufigste Form der Migräne darstellt. Auch der Spannungskopfschmerz (drückende, zeihende Kopfschmerzen im Bereich des gesamten Kopfes) kann mit einer Neurofeedback-Therapie behandelt werden.

Der Überempfindlichkeits-Hypothese folgend kann im EEG von Migränepatienten häufig eine Unteraktivierung bestimmter Hirnareale, vor allem im sensomotorischen Cortex, festgestellt werden. Dieser Verlangsamung der elektrischen Hirntätigkeit (erhöhte Delta- und Theta-Amplituden) und der mit Schmerzzuständen oft einhergehende Hyperfokussierung (erhöhte Beta-Amplituden) kann mit dem Neurofeedback-Training wirkungsvoll begegnet werden.

Eine Neurofeedback-Therapie bei Migräne und Spannungskopfschmerz besteht in der Regel aus 25 bis 30 einstündigen Trainingssitzungen, die zunächst nach Möglichkeit zweimal wöchentlich, im späteren Verlauf dann einmal pro Woche stattfinden sollen.

Nach einer erfolgreich verlaufenen Therapie kann im etwa halbjährlichen Rhythmus ein Auffrischungstraining mit 2 bis 3 Sitzungen stattfinden, um der Möglichkeit von Rückfällen in altgewohntes Schmerzverhalten präventiv zu begegnen.